Wie versäubert man richtig

Geburtstage sind doch wirklich eine feine Sache 😀 
Miriam hat mich in Kiel besucht und neben der Premiere von “Sweeney Todd“ haben wir natürlich genäht ohne Ende. Gerade für die Anleitung unseres ersten Schnittmusters haben wir viel fotografiert und gearbeitet. Gestern ist dann endlich das erste Exemplar ins Emailpostfach unserer Probenäherinnen geflattert. Nun bleibt uns nichts anderes übrig, als gespannt abzuwarten <3

Leider bin ich dann nochmal krank geworden. Deshalb musstet ihr leider letzte Woche auf unseren Beitrag verzichten. Aber nun sind wir wieder da und sind voller Tatendrang!

Uns ist aufgefallen, dass wir schon lange keinen Beitrag mehr für unsere Nähanfänger geschrieben haben. Das wollen wir gerne ändern, denn gerade für die Anfänger unter uns, haben wir den Blog ins Leben gerufen. Und so lange sind unsere Anfänge auch nicht her. Wir lernen immer noch dazu 🙂

Was bedeutet versäubern?

Glaubt mir, am Anfang habe ich im Internet alles gesucht. Jeden Begriff habe ich auf den verschiedensten Seiten nachgelesen und habe mir viele Ideen und Vorschläge angehört. Auch das Versäubern zählte dazu, zumal ich oft gelesen hatte, dass man dazu eine Overlock braucht damit es schön aussieht. 

Da kann ich euch aber beruhigen, eine Overlock ist eine nette Unterstützung, aber ihr schafft das auch ganz ohne.

Was bedeutet also eigentlich der Begriff „Versäubern“. Im Grunde heißt es, dass ihr die Kanten eurer Stoffe sichert („to lock“) damit diese nicht ausfransen. Es gibt teilweise so empfindliche Stoffe, bei denen es sich empfiehlt sie sogar vor dem Waschen zu versäubern. Damit schützt ihr den Stoff und ihr könnt weiterhin mit den gekauften 2Metern arbeiten und müsst nicht plötzlich mit 1,80 klarkommen.
Es gibt ein paar gängige Methoden, wie man einen Stoff versäubern kann und die wollen wir euch heute vorstellen.

Zickzackstich an der Nähmaschine

Bei den meisten Nähmaschinen findet ihr bestimmt in den Programmen den Zick Zack Stich. Mit dem passenden Fuss könnt ihr prima eure Kanten versäubern. Dieser Stich reicht vollkommen aus, um den Stoff vor dem Ausfransen zu schützen. Achtet beim Nähen drauf, dass der richtige Stich eingestellt und der richtige Fuß eingesetzt ist, sonst kann es knallen und im besten Fall geht nur eure Nadel kaputt. Führt die Stoffkante an dem schwarzen Metall am Fuß entlang, so entsteht diese hübsche Naht.

Zickzackstich an der Overlock

Ein großer Vorteil der Overlock ist die Geschwindigkeit. Außerdem versäubert ihr hier mit 3-4 Fäden, statt nur mit 2 Fäden. Dadurch, dass die Kante mit einem Messer gleichzeitig gerade geschnitten wird, sieht es einfach noch edler aus. Hier kann man glatt überlegen, ob man diese Kante nicht einfach offen lässt und die Overlocknaht als dekorativen Nutzstich sieht.
Um diese Naht herzustellen, müsst ihr euren Stoff an der Kante eurer Maschine entlangführen. Ihr könnt dafür das Messer abstellen, aber gerade wenn man unregelmäßig zugeschnitten hat, ist es von Vorteil dieses anzulassen. Passt auf, dass ihr nicht in das Messer greift oder eine Nadel/Klammer im Stoff vergesst!

Offene Kanten

Ich muss zugeben, das haben wir uns bisher noch nicht getraut, deshalb gibt es auch kein Foto davon. Aber tatsächlich kann man manche Stoffe, wie zum Beispiel Jersey auch unversäubert lassen. Aus Gewohnheit mache ich es immer….Sicherheit geht vor 😀

Schrägband

Hier haben wir am Halsausschnitt eine sehr schmale Variante gewählt. Ein Schrägband, welches man benutzt um offene Kanten zu verschließen. Es ist eine hübsche Alternative zur Overlocknaht und zum Beleg.
Hierfür faltet ihr das ganze Band auf und legt es mit der rechten Seite auf die linke Seite eures Stoffes. Nun steppt ihr das Band etwas oberhalb der Bruchlinie an, damit diese Naht später nicht zu sehen ist. Dann wendet ihr euren Stoff auf rechts und klappt euer Schrägband um, so dass ihr es von der rechten Seite aus von oben absteppen könnt. Achtet darauf, dass die zuvor gefertigte Steppnaht nicht zu sehen ist.

Beleg

Die wohl eleganteste Methode offene Kanten zu verstecken. Dieses Konstrukt ist zum Beispiel dafür da, um sowohl das Halsloch als auch die beiden Armlöcher zu versäubern. Nur die unteren Kanten des Belegs müssen mit den Maschine nochmal versäubert werden, da sie im Kleid offen sind. Der Rest wird versteckt und es sieht super schick aus!

Versäumen

Sobald ihr eine Kante mit einem Zickzackstich versäubert habt, könnt ihr euch überlegen, ob ihr diese offen lassen wollt oder ob ihr sie noch einmal umbügeln und absteppen wollt. Dann spricht man von „Versäumen“. Außerdem könnt ihr auch nicht versäuberte Kanten zwei mal umbügeln und absteppen. Da sind eure ungesicherten Kanten dennoch gut versteckt 🙂


Das waren erstmal die grundlegenden Begriffe rund um das Thema Versäubern. Ich persönlich liebe ja Schrägbänder…die sind auf unseren Bildern auch häufig zu finden (Siehe das Candy Weihnachtskleid oder Frau Fannie). Auch wenn ein Beleg oftmals die schönste Variante dafür ist. Welche Variante tragt ihr denn am Liebsten? Schreibt uns gerne, falls ihr noch Anmerkungen für uns habt!

Wie versäubert man richtig?

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Wir sind Miriam und Sarah, zwei Schwestern aus Berlin und Kiel. Film steht dabei für Miriam und ihre Leidenschaft für Fotografie und Faden für Sarah und ihre Leidenschaft rundum Handarbeit, sei es Stricken, Häkeln oder eben Nähen.

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